Die linke Theoriewaschanlage

Während die Grünen selbst sich als Vorreiter und gutes Beispiel feiern, liegen ihre Ursprünge historisch bei der Reformhaus- und Wandervogelbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bewusstes Naturerleben wurde damals als Erziehung zur Moral gepriesen und die Rückbesinnung auf eine als ursprünglich empfundene Volkskultur zur Sehnsucht erhoben. Dass diese Ideen ziemlich nahtlos in die Bewegung zur „Erneuerung Deutschlands“ durch die Nazis übergingen, hat der grünen Sache merkwürdigerweise nicht geschadet.

Wer heute grün wählt, wähnt sich links.

In Wahrheit knüpfen die grünen Seelen an eine nationale Sehnsucht an, die vielmehr rechts zu verorten ist. Und auch wenn die Begriffe rechts und links in den letzten 100 Jahren einen derartigen Wandel durchgemacht haben, dass sie auf heutige Phänomene etwas passungenau wirken, so entspringt das Grüne jenseits von rechts und links ganz sicher einer antiwestlichen und fortschritts- und zivilisationskritischen Bewegung. Die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts national-konservative Skepsis dem Westen gegenüber haben die grünen Seelen in ihren Antiamerikanismus verwandelt, die ehemals konservative Kritik am mechanistischen Weltbild wurde von den Grünen zum Ökoromantizismus verklärt und dem seit 1945 schlecht beleumdeten Antisemitismus haben die Linken das Deckmäntelchen des Antizionismus übergestülpt.

Der Schriftsteller Dietrich Schwanitz prägt in diesem Zusammenhang das Bild einer „unbeaufsichtigten unterirdischen Theoriewaschanlage, die altes, kompromittiertes Ideengut durch Umetikettierung als links auswies und damit unschuldig machte.“

Das macht den grünen Seelen keiner mehr so schnell nach.

2 Kommentare

  • Eines ist klar: wo grün draufsteht, ist rot drin! Da hilft noch so viel Anpinseln mit etwas gelb oder auch schwarz nichts.

    Gruß
    Stefan Schütz

  • Ich kenn es so:

    „Die Grünen sind einen Melonenpartei – außen grün, innen rot und mit kleinen braunen Kernen.“

    Die braunen Kerne werden zu gerne verschwiegen …