Ein knapper Rückblick auf 2013

Das Jahr 2014 startet nun also mit meinem mein ersten Blog-Eintrag.

Ich lasse mal das Jahr 2013 in gebotener Kürze Revue passieren (natürlich unter dem Aspekt: was hat es uns Grünes gebracht).

1. das Wahlergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl 2013 fiel sehr viel schlechter aus, als die euphorischen Prognosen nach der Wahl in Baden-Württemberg 2011 vermuten ließen. Da wurde bereits von Ergebnissen um die 25% geträumt und dass die Grünen die SPD als stärkste linke Kraft in Deutschland ablösen könnten. Noch die Wahl Fritz Kuhns zum Oberbürgermeister Stuttgarts 2012 ließ viele grüne Herzen höher schlagen. Und nun im September 2013 nur 8,4% – hat es sich ausgegrünt?

2. Der Wahlkampf der Grünen hatte versucht, die klassischen grünen Themen Umwelt und Energiewende zugunsten von Steuerpolitik und Gesellschaftserneuerung in den Hintergrund zu rücken. Die Mutmaßung liegt nahe, dass es die Grünen mit der Panik bekommen hatten, weil die grünen Themen nach der SPD inzwischen auch von der CDU gekapert worden sind und eigentlich die Partei der Grünen inzwischen überflüssig geworden ist. Die Besetzung „neuer“ Themen wie größere Gerechtigkeit durch höhere Steuern und Veggie-Day schien mit der Hoffnung verbunden, sich als Partei der Gerechten und Guten jenseits von Umweltthemen etablieren zu können.

3. Es ist davon auszugehen, dass sich bei dem Wahlprogramm die linken Kräfte um Jürgen Trittin durchgesetzt hatten, die wohl den Großteil der Grünen-Wähler aus dem bürgerlichen Lager verschreckten. Die Pädophilie-Debatte und das unglückliche Agieren in ihr kommt sicher erschwerend hinzu.

4. Das Verkennen der Bürgerlichkeit der Grünen durch die linken Kräfte ist dem Umstand geschuldet, dass für sie die Grünen eben keine bürgerliche Partei sein sollen, sondern weiterhin den Nimbus einer Fundamentalprotest-Partei haben sollen. Der Spagat zwischen Ur-Grünen und Neu-Grünen ist 2013 fulminant in die Hose gegangen.

5. Jedoch: wie satisfaktionsfähig die Grünen auch für das bürgerliche Lager inzwischen sind, wurde mit der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der CDU auf Bundesebene deutlich. Selbst die Bildung einer Koalition mit der hessischen CDU einige Wochen später hat niemanden mehr hinter dem Ofen hergeholt. Und die CDU in Hessen ist als stockkonservativ verschrien!

6. Im November fand die Klimakonferenz in Polen statt. Ich gebe zu, dass mir die Polen nach ihrem Einsatz im Irakkrieg schon sehr sympathisch waren. Bei dieser Konferenz jedoch haben sie für mich den Vogel abgeschossen. Mit welcher Höflichkeit sie den Teilnehmern signalisiert haben, dass deren Anliegen mit denen von Polen, sagen wir es mal höflich, nur wenig kompatibel sind, war große Klasse. Da reisen Tausende von Staatsgeldern gemästete Öko-Funktionäre an – und werden einfach ignoriert. Souverän! (Während der Konferenz in Polen wurde natürlich auch der verheerenden Flut auf den Philippinen gedacht, auch wenn die Annahme, diese Flut hätte mit der Klimaerwärmung zu tun, mehr als nur bei den Haaren hergezogen scheint.)

7. Auch Deutschland hatte eine Flutkatastrophe 2013, die schrecklich war, auch wenn sie die Pegelstände von 1501 nicht überschritt. Ich hatte mich gefragt, ob bereits 1501 die anthropogene Klimaerwärmung so weit fortgeschritten war, dass es zu so einer so hohen Flut kommen konnte. In dem Zusammenhang fiel mir auch der Ötzi ein, der ja durch die Klimaerwärmung und das Schmilzen des Eises erst freigelegt wurde. Wenn man sich fragt, wie er überhaupt in das Eis kommen konnte, kann man nur zu der Antwort kommen, dass zur Zeit Ötzis dieses Eis eben noch gar da war. Auch Grönland heißt ja Grönland, weil es mal grün war.

8. Wie weit die Vergrünung des bürgerlichen Lagers bereits fortgeschritten ist, wurde im Mai 2013 deutlich, als das Bundesumweltamt eine Broschüre auf den Markt warf, in dem Wissenschaftler, die entweder den anthropogenen Anteil der Klimaerwärmung anzweifeln oder die apokalyptischen Ausmaße des Klimawandels nicht glauben wollen, namentlich als „außerhalb des wissenschaftlichen Konsenses stehend“ gebrandmarkt werden. Es beantwortete die Frage, wie im Jahr 2013 mit Ketzern umgegangen wird (perfiderweise trug die Broschüre den Titel „Und sie erwärmt sich doch“). Das ganze Spektakel fand unter einem überfordert wirkenden konservativen Umweltminister statt, dem seine vergrünten Mitarbeiter wohl auf dem Kopf herumtanzen. Zur Rechenschaft hat er sie jedenfalls nicht gezogen.

9. Der ausgestorbene Eisbär hat in den letzten 50 Jahren seine Population merkwürdigerweise verfünffachen können. Ich dachte immer, Aussterben geht anders.

10. Inzwischen mussten auch die Wissenschaftler eingestehen, dass die Erwärmung seit fast 15 Jahren eine Pause eingelegt hat. Vorausgesehen wurde das nicht, was etwas merkwürdig anmutet, wenn man bedenkt, dass die Computersimulationen der hochbezahlten Klimaforscher doch den Anstieg des Meeresspiegels centimetergenau vorhersagen hätten können sollen. Oder so.

Wie wird 2014?

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