Fukushima – der innere Reichsparteitag der grünen Seelen

Gestern vor 3 Jahren erreichte eine verheerende Flutwelle, die durch ein Seebeben ausgelöst wurde, die japanische Hauptinsel und riss mehr als 17.000 Menschen in den Tod. Der Tsunami vor Japans Küste ist eine der größten und verheerendsten Katastrophen, die die Welt je gesehen hat. Noch immer (Ende 2013) werden Tausende Opfer vermisst. Fast 400.000 Gebäude wurden dem Erdboden gleich gemacht, ganze Städte ausradiert und mitsamt ihren Menschen ins Meer gespült. Der volkswirtschaftliche Schaden für Japan war und ist enorm. Ein kleiner Rückblick auf die Katastrophe und dieses bewundernswerte Land scheint mehr als angebracht.

Es ist ganz sicher nicht übertrieben, im Zusammenhang mit dem Tsunami von einer Katastrophe epochalen Ausmaßes zu sprechen und man sollte meinen, dass Mitgefühl und Hilfsbereitschaft die erste und natürliche Reaktion eines jeden Menschen sein würden. Aber nicht in Deutschland. Bei uns wurde der Tsunami fast ausschließlich auf den Begriff „Fukushima“ verengt und für die hehrsten Öko-Zwecke instrumentalisiert.

Erinnern wir uns: bereits am Tag der Katastrophe fokussierten alle öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland ihr Hauptaugenmerk auf den Reaktorunfall in Fukushima, natürlich nicht ohne ständige Sondersendungen zu Tschernobyl dazwischenzuschalten. Bereits einen Tag nach der Katastrophe wusste der Loser unter den Umweltministern, Norbert Röttgen, dass sich eine Kernschmelze ereignet hätte, obwohl es keine sachlichen Hinweise dafür gab. Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami waren in Deutschland die Jodtabletten und Geigerzähler ausverkauft, weil die Deutschen lieber Nabelschau betrieben und ihrer völlig irrationalen Angst vor der Atomkraft frönten. Drei Tage später schaltete die CDU-geführte Bundesregierung die Atommeiler in Deutschland ab. Und zwei Jahre später zum Jahrestag der Katastrophe erdreistete sich die Parteivorsitzende der Grünen, Claudia Roth, auf ihrer Facebook-Seite die 17.000 Tsunamitoten zu Opfern eines Atomreaktorunfalls umzudeuten.

Wohlgemerkt: diese panisch-egoistischen Verhaltensmuster vor der Tschernobyl-Schablone gab es nur in Deutschland. Statt die ungeheuren Zerstörungskräfte der Natur in den Fokus zu rücken, sahen die Deutschen mit dem zweiten Auge einfach besser und glotzten nur auf den Reaktorunfall. Eine Zahl, die der Internetsuchdienst Meltwater veröffentlichte, mag das verdeutlichen: von insgesamt 53.000 Internetartikeln, die in den ersten fünf Wochen nach dem Tsunami erschienen und die beiden Stichworte Fukushima und Atomausstieg (natürlich in den jeweiligen Landessprachen) beinhalteten, kamen 43.000 aus Deutschland.  Es war wirklich zum Fremdschämen.

Und wie reagierten die Korrespondenten des Staatsfunks auf die Heimsuchung biblischen Ausmaßes in Japan? Die ersten Tage trauten sie sich aus ihren Redaktionsräumen in Tokio nicht hinaus, bevor einige wegen der vermeintlichen Strahlenbelastung nach Deutschland zurückkehrten und andere wegen der „Bedrohung“ ins 500km südlich von Tokio entfernte Osaka flüchteten. Das sind unsere Helden der Arbeit!

Die Japaner dagegen bewahrten zu jedem Zeitpunkt eine fast unheimliche Ruhe, halfen sich gegenseitig, und die Geschäfte versuchten, ohne überhöhte Preise die Versorgung der Bürger aufrecht zu erhalten. Keine Plünderungen, keine Gewaltausbrüche, keine Exzesse. Zwei Gefühle hatte Japan in diesen Tagen verdient: Mitleid und tiefste Bewunderung.

In der Tagesschau wurde jedoch in bester DDR-Manier versucht, irgendwelche kleinen Gruppen, die sich in Tokio versammelten, um gegen die Politik der Regierung zu demonstrieren, als großartig wachsende Antiatomkraftbewegung hochzujazzen. Das hat sich in der Berichterstattung der späteren Jahre nicht geändert. Auch gestern, am Jahrestag der Katastrophe, erinnerten die Korrespondenten in ARD und ZDF an die Gefahren der Atomkraft, schafften es aber nur einige Millisekunden lang, Anti-Atomkraft-Protestierer in Japan zu zeigen, eben weil es keine nennenswerte Gegenbewegung zur Atomkraft in Japan gibt. Heute wissen wir, dass Japan mit Billigung der eigenen Bevölkerung weitere Atomkraftwerke bauen wird und der Glaube an die Technik nicht gelitten hat. Soviel zum Alternativlosen.

Das, was wir unter den Begriff „Fukushima“ subsummieren, war die Folge einer verheerenden Flutwelle, die Teile der japanischen Küste sprichwörtlich dem Erdboden gleich gemacht hatte (nachdem das Wasser wieder abgezogen war). Die 6 Meter hohe Flutmauer um das Kernkraftwerk hatte nicht ausgereicht, um die eindringenden Wassermassen abzuwehren. Wäre die Flutmauer 10 Meter hoch gewesen, hätte sich der Atomkraftunfall nicht ereignet.

Und auch wenn Frau Roth von den Grünen auf ihrer Facebook-Seite gerne lügt: die mehr als 17.000 Toten in Japan durch die Folgen des Tsunamis gehen allein auf die Flutwelle zurück; eine Flutwelle, die man getrost als reinen Ausdruck der Natur bezeichnen kann. Weder die Klimaveränderung noch der Mensch haben auch nur den geringsten Anteil an ihr. Nicht ein einziger Mensch ist bisher an den Folgen von „Fukushima“ gestorben (Stand Ende 2013), ganz im Gegensatz zu Tschernobyl, wo ein völlig anderer Reaktortyp den GAU auslöste (und ein menschenverachtendes Regime viele Menschen in den Tod schickte).

Der Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) brachte das Gefühl vieler grüner Seelen auf den Punkt, als er im Zuge der Hoffnung auf den Ausbau der Offshore-Parks als Resultat aus dem Atomausstieg der Deutschen folgendes kundtat: „Wir haben geglaubt, Fukushima ist für uns der Sechser im Lotto“.

So geschmacklos drückt sich ein innerer Reichsparteitag in modernen Zeiten aus.

4 Kommentare

  • Durch die deutsche Fukushima-Berichterstattung konnte das Ende der deutschen Kernkraft eingeleitet werden…

    …auch wenn keiner der fast 20.000 Toten durch Strahlung ums Leben kam.

    Unsere Energie werden wir in Zukunft von Putins Demokratur und von den Atom-Mullahs beziehen.

    Dieselben Medien, die uns dazu gebracht haben, unsere eigenen tatsächlich ungefährlichen Atomkraftwerke abzuschalten, verteidigen das Atomprogramm der Mullahs als “friedlich”.

    Deutschland kauft dann vom Iran Gas, wodurch die Mullahs wiederum ihr Atomprogramm finanzieren können…

    …wobei der Iran im Gegensatz zu Deutschland in einem gefährlichen Erdbebengebiet liegt, und der Iran im Gegensatz zu Deutschland auf Atomstrom absolut nicht angewiesen wäre.

    Obwohl mir keine dämlichere und gefährlichere Form von “Globalisierung” einfällt, glaube ich kaum, dass deswegen viele “Globalisierungsgegner” auf die Straße gehen werden.

    • brillianter Kommentar. Genau so ist es!

  • „Tschernobyl“ ist u.a. deshalb passiert, weil gewissenlose Militärs der SU ein Experiment durchgesetzt haben, für das diese Reaktoren schlicht nicht ausgelegt waren. Möglicherweise wäre dieser Gau auch bei anderen Typen vorgekommen. Und dennoch ist selbst dort die Zahl der Toten im unteren zweistelligen Bereich geblieben. Heute können Touristen die Umgebung besichtigen und die Zähigkeit der Natur bewundern.

    Die erbärmliche Desinformation in DDR-Manier unseres Staatsfunks und der gleichgeschalteten Presse sucht Ihresgleichen. Deshalb ist die allgemeine Hysterie – speziell der Deutschen – auch nicht weiter verwunderlich. Da verwundert es umso mehr, daß in diesem Lande noch sowas wie Sachverstand überlebt hat und zu Entwicklungen fähig ist: http://dual-fluid-reaktor.de/

    Aber um ganz banal festzustellen: Auch das Fax wurde in Deutschland erfunden und für „untauglich“ befunden. Japan hat dann diese Technik aufgenommen, ihr weltweit zum Durchbruch verholfen und sich dumm und dämlich daran verdient. Möglicherweise kann das noch einmal genau so funktionieren.

  • Fukushima ein Sechser im Lotto (OB Bremerhaven, SPD)

    Ich hatte mal geglaubt, ich hätte Pech gehabt, in der DDR geboren zu sein, weil es eine menschenverachtende rote Diktatur war. Aber Bremerhavens SPD-OB belehrt mich eines schlechteren.