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Linkes Grün und rechtes Grün

Die Debatte um die „Dresdner Rede“ von Sibylle Lewitscharoff fördert eine bekannte Dramaturgie hervor. Zuerst hält eine anerkannte Person des Geisteslebens eine Rede, in der so viel Schmarrn steht, dass man mit der intelligiblen Aufarbeitung gar nicht nachkommt. Dann tröten die Moralisten in ein noch bekannteres Horn und verdammen, was das Zeug hält. Kaum ist das geschehen, rudert die geredet Habende zurück und entschuldigt sich. Daraufhin schalten sich die Intelligenteren der Medienmaschine ein und verurteilen die Verdammnis als moralinsauer und als die freie Meinungsäußerung gefährdend.

So weit, so bekannt.

Die Debatte um Sibylle Lewitscharoff führt uns ein in das Universum einer gut geölten Medienmaschinerie. Und spätestens, wenn sich Medieneigentümlichkeiten frei entfalten, trifft der Satz von Marshall MacLuhan zu: „The medium is the message“. Daraus gibt es kein Entrinnen. Starke Emotionen, unpassende historische Vergleiche und hysterische Aufschreie fördern die Frontenbildung und ergo den Verkauf an die Meinungsgleichen und die Aufregung der Meinungsanderen. Davon leben die Medien, das brauchen sie. Das Hamsterrad dreht sich.

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